Jeder hinterlässt heute digitale Spuren: E-Mails, Fotos, Social-Media-Profile, Cloud-Speicher. Für Hinterbliebene stellt sich die Frage: Zugriff erhalten – oder löschen?
Zugänge dokumentieren
Das Wichtigste im Vorfeld: Legen Sie eine vertrauenswürdige Person fest, die im Ernstfall Zugang erhält. Dokumentieren Sie Passwörter sicher – am besten in einem verschlüsselten Passwort-Manager mit Notfallkontakt. Niemals auf Papier im Haushalt lagern.
Alternative: Einige Anbieter (Apple, Google, Facebook) bieten „Legacy Contact"-Funktionen an – verifizierte Hinterbliebene erhalten kontrollierten Zugang.
Social Media
Facebook, Instagram, X, LinkedIn – jedes Netzwerk hat eigene Regeln für Verstorbene. Die meisten Plattformen bieten an, Profile in Gedenkzustände zu verwandeln oder zu löschen. Dafür wird in der Regel Sterbeurkunde und Nachweis der Verwandtschaft benötigt. Die Bearbeitung dauert Wochen.
E-Mail & Cloud-Speicher
Gmail, iCloud, Dropbox, OneDrive – ohne Passwort kein Zugriff. Einige Anbieter gewähren nach Nachweis des Todes einen begrenzten Download (z.B. Google „Inactive Account Manager"). Apple verlangt Gerichtsbeschluss für iCloud-Zugriff. Deshalb ist die Vorsorge so wichtig.
Online-Banking & Finanzen
Banking-Zugänge werden bei Tod gesperrt. Erben erhalten über das Nachlassgericht oder Erbschein Zugriff auf Konten. Kryptowährungen (Bitcoin etc.) sind problematisch: Ohne Private Key sind sie unwiderruflich verloren. Legen Sie Verwahrorte sicher bei einem Notar oder Treuhänder ab.
Praktische Checkliste
- Passwort-Manager mit Notfallkontakt einrichten
- „Legacy Contact" bei Apple, Google, Facebook aktivieren
- Liste wichtiger Online-Konten anlegen (nicht die Passwörter)
- Vertrauensperson benennen, die im Ernstfall handelt
- Krypto-Schlüssel sicher verwahren (Notar, Bankfach)
- Vorsorgevollmacht um digitale Kompetenz erweitern
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